Die Treiber-Raumfahrt

Nur durch den Einsatz von PSI-Kräften ist es der Menschheit des 25. Jahrhunderts möglich, ihr riesiges Sternenreich zusammenzuhalten und weiter aufzubauen. Parapsychisch begabte Raumfahrer, die Treiber, fliegen die terranischen Raumschiffe zu den Kolonien im All. Bisher gibt es keinen technischen Weg, die Abgründe zwischen den Sonnensystemen zu überwinden. Allerdings soll sich das nach dem Willen des Konzilsvorsitzenden Max von Valdec bald ändern.

Die Treiber ersparen der Raumfahrt der Zukunft zwei Probleme, die heute vielen Wissenschaftlern eine Besiedlung ferner Sonnensysteme unmöglich erscheinen lassen - Energie und Zeit. Um ein Raumschiff auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen, braucht man ungeheure Energiemengen, die beim Unterhalt einer größeren Raumschiffsflotte selbst unter Verwendung der Kernfusion die Resourcen der Erde bald erschöpfen würden. Die Treiber beziehen ihre Energien jedoch aus einer anderen Dimension, die man mangels genauerer Kenntnisse bisher einfach Weltraum II nennt. Auch die Zeit bedeutet für die Treiber keine Schwierigkeit. Nach unseren bisherigen physikalischen, Erkenntnissen kann sich nichts schneller als das Licht bewegen. Eine Reise zu den nächsten Sternen würde daher selbst bei größter Annäherung an die Lichtgeschwindigkeit mehrere Jahre dauern. Aber die Treiber legen die riesigen kosmischen Entfernungen außerhalb des uns bekannten Gefüges von Raum und Zeit zurück. Im Weltraum II läßt sich die Geschwindigkeit eines Treiberschiffes nicht bestimmen. Man stellt lediglich fest, daß sich viele Lichtjahre in wenigen Tagen überwinden lassen. Ob dies auf eine andere Raumkrümmung, also veränderte Entfernungswerte, oder auf eine Reisegeschwindigkeit jenseits der des Lichtes zurückzuführen ist, konnte die terranische Wissenschaft noch nicht erklären, wie man überhaupt über die physikalischen Verhältnisse in Weltraum 11 noch wenig weiß. Man benutzt ihn einfach, genau wie die Menschen des 19. Jahrhunderts mit der Nutzung der Elektrizität begannen, ohne die damit zusammenhängenden physikalische Phänomene schon alle verstehen zu können.

Was man allerdings feststellen konnte, ist eine Beziehung zwischen der Größe des Treiberschiffes (der durch Weltraum 11 zu bewegenden Masse), der Anzahl der Treiber auf dem Schiff und der Reisedauer. Je größer das Raumschiff und je kleiner die Treiberloge, desto länger dauert der Flug durch den Weltraum II. Aus dieser Relation ergeben sich die unterschiedlichen Raumschiffstypen.

Es gibt kleine, sogenannte Kurier-Schiffe, die selten größer als ein Großraum-Jet, des 20. Jahrhunderts sind und der schnellen Beförderung von Passagieren und Nachrichten dienen. Sie fliegen regelmäßig auf festgelegten Routen. Daneben sind die riesigen, oft mehrere tausend Meter langen Handelsraumer unterwegs. Diese Schiffe bestehen aus einer Treiber-Zentrale, an die eine Kette von Containern angekoppelt wird. Die GDANSK, auf der David nach Sytra kam, ist ein solches Schiff. Die Großraumer benötigen für dieselbe Strecke wie die Kurierschiffe meist die zehnfache Zeit. Außer den genannten Typen gibt es die verschiedenen Kampfschiffe der Grauen Garden und Forschungsschiffe.

Auch die Treiberraumfahrt hat allerdings ihre Grenzen. Zunächst einmal ist die Manövrierfähigkeit der Treiberschiffe sehr begrenzt. Auch die beste Treiberloge kann ihr Schiff nicht so exakt kontrollieren, daß eine sichere Landung auf einem Planeten möglich wäre. Schon zum sicheren Einschwenken in einen Orbit nehmen viele Logen Raketenantriebe zu Hilfe. Außerhalb von Weltraum 11 ist die Bewegung eines Schiffes für die Treiber ungeheuer anstrengend. Der Einsatz ihrer PSI-Kräfte ist dabei in etwa mit der aus der PSI-Forschung heute bereits bekannten Telekinese zu vergleichen. Treiberschiffe landen deshalb grundsätzlich nicht auf Planeten, sondern werden im Weltraum von Zubringerschiffen mit konventionellen Antrieb be- und entladen. Sie werden auch im All zusammengebaut. Lediglich auf dem Erdmond gibt es Werften, die eine Endmontage vornehmen können.

Treiberlogen müssen eine bestimmte Größe (mindestens sieben Treiber) haben, lassen sich aber nicht beliebig vergrößern. Es ist daher nicht möglich, die Masse der Großraumer durch eine entsprechende Anzahl von Treibern auszugleichen. Je größer die Loge ist, desto schwieriger sind ihre PSI-Kräfte durch den Logenmeister zu koordinieren.

Eine Loge mit mehr als 14 Treibern gilt als unkontrollierbar. Llewellyns Superloge auf Syrta bildete eine auch die Treiber überraschende Ausnahme. Sie war nur durch den Einsatz des ungewöhnlichen PSI-Potentials des Riemenmannes möglich. Vielleicht hat hier auch Yggdrasil helfend eingegriffen. Die größte bekannte Loge vor Llewellyn ist die aus zwanzig Treibern bestehende Loge des Logenmeisters Zeus Orestos, die im Jahre 2458 zu einer Expedition ins galaktische Zentrum aufbrach, von der sie nie zurückkehrte.

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